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<<Alle Menschen sind Orientierungsläufer – die meisten wissen es aber noch nicht!>>

Einige Sportfreunde aus dem Hochpustertal konnten seit dem Jahr 2008 als Mitglieder beim Trientner Verein G.S. Castello di Fiemme den Orientierungssport kennenlernen und bald auch sehenswerte Erfolge feiern (Staffel-Italienmeister 2011). Gleichzeitig stieg das Interesse an diesem Sport in und rund um Innichen, weshalb schließlich am 31. Oktober 2012 ein eigener Orientierungslaufverein gegründet wurde. Die Gründungsmitglieder damals waren Andreas Weitlaner (Innichen), Dietmar Lanz (Toblach), Franz Happacher (Sexten), Freddy Mair (Niederdorf), Heinrich Schwingshackl (Sexten), Hubert Brunner (Niederdorf) und Wolfgang Lanz (Innichen). Zur Gründungsfeier waren insgesamt 19 Mitglieder gekommen, diese wählten den Ausschuss für das erste Jahr: Andreas Weitlaner als Präsident, Dietmar Lanz als Vizepräsident und Schriftführer, Freddy Mair als Kassier. Der Namen des neuen Vereins sollte möglichst einfach sein und nicht in andere Sprachen übersetzt werden müssen. Als Namensgeber wurde der Innichner Hausberg gewählt, weil er von jedem Dorf im oberen Pustertal aus zu sehen ist. Durch den Verein soll der Orientierungssport in all seinen Disziplinen (OL, Ski-O, Mtb-O und Trail-O) weiterverbreitet und interessierten Personen jeden Alters die Ausübung dieser Sportarten ermöglicht werden. Das Haunold Orienteering Team ist seit seiner Gründung von der FISO (Federazione Italiana Sport Orientamento) und vom CONI (Comitato Olimpico Nazionale Italiano) anerkannt. Außerdem ist es der einzige Orientierungslaufverein im Umkreis von hundert Kilometern, die benachbarten Vereine haben ihren Sitz in Bozen, Vittorio Veneto, Spittal an der Drau und Stubai. Die Anzahl der Mitglieder ist im Laufe der ersten Jahre stetig gestiegen, aktuell zählt der Verein 45 aktive Mitglieder jeden Alters. Vom absoluten Anfänger bis zum Mitglied in der SkiO-Nationalmannschaft sind alle Leistungsgruppen vertreten.


Die meistens längeren Anreisen zu den Wettkämpfen halten die Mitglieder nicht davon ab, regelmäßig daran teilzunehmen. Durchschnittlich werden jährlich ca. 30 Wettkämpfe besucht, zu den bereisten Ländern gehören Italien, Österreich, Deutschland, Schweiz, Slowenien, Tschechien, Polen, Ungarn, Dänemark, Litauen, Estland, Finnland und Schweden. Die größten Erfolge sind mehrere Landesmeistertitel bei den Schulmeisterschaften, mehrere Medaillen bei SkiO-Italienmeisterschaften und bei den Europameisterschaften der Förster (EFOL). Die höchstmögliche Auszeichnung für Athleten, die „Alois Lantschner Ehrentafel“, erhielt Andreas Weitlaner im November 2015 vom nationalen Verband FISO verliehen, weil er während einem Wettkampf in Aprica/Sondrio einem schwer verletzten Teilnehmer aus der Schweiz Erste Hilfe leistete, bis dieser vom Rettungshubschrauber abtransportiert wurde.


Um optimal auf die Wettkämpfe vorbereitet zu sein, werden regelmäßig Trainings durchgeführt – sowohl in der Turnhalle, als auch in den Dörfern, Wäldern und Almen des Hochpustertales. Voraussetzung dafür sind eigene Orientierungslaufkarten in den Maßstäben 1:4000 bis 1:15000, welche die Wirklichkeit sehr genau wiedergeben und den internationalen Standards entsprechen sollen. Das Haunold Orienteering Team besitzt derzeit 15 wettkampftaugliche Karten und mehrere Schulkarten, welche fast alle unter enormen Zeitaufwand von einigen Vereinsmitgliedern selbst erstellt wurden. Sehr beliebt ist auch das sogenannte Labyrinth-Training, wo auf engstem Raum ein künstliches Labyrinth aufgestellt wird, in welchem man sich zurechtfinden muss. Am Pfingstwochenende 2016 fand zum ersten Mal ein mehrtägiges Trainingslager statt, bei welchem zwanzig Mitglieder in Bibione Pineda gemeinsam trainierten und natürlich auch viel Spaß hatten. Dass bei der Trainingsorganisation der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind, führte auch schon dazu, dass Trainings bei Nacht, mit dem Pöckl oder sogar in einem Bunker stattfanden. Seit im Herbst 2014 ein elektronisches Zeitnehmungssystem (Sportident) angekauft werden konnte, wird dieses auch regelmäßig eingesetzt. Dadurch können Zwischenzeiten genauestens erfasst und somit jeder Lauf bis ins kleinste Detail analysiert werden.


Auf die Jugendarbeit legt der Verein großen Wert, wofür einige Mitglieder auch sehr viel Freizeit investieren. Dank dem großen Interesse von Seiten der Schulen konnten schon zahlreiche Projekte an lokalen Grund-, Mittel- und Oberschulen durchgeführt werden. Zu den Fixterminen gehört mittlerweile auch die gezielte Vorbereitung und Begleitung der Teilnehmer an den jährlich stattfindenden Landesmeisterschaften der Schulen. Die Teilnahme an den Staatsmeisterschaften in Salsomaggiore Terme im Jahr 2015 war für drei Innichner Mittelschüler der absolute Höhepunkt bisher. Aber auch außerhalb der Schulen ist der Verein aktiv, wenn es darum geht, den Orientierungssport vorzustellen, so zum Beispiel bei den Kindernachmittagen des Alpenvereins oder bei den Kinderfesten am Haunold. Der 11. Mai 2016 wurde von der IOF (International Orienteering Federation) als „World Orienteering Day“ ausgerufen, um mit möglichst vielen Veranstaltungen weltweit einen neuen Teilnehmerrekord aufzustellen. Schließlich wurden 2013 Veranstaltungen in 81 Ländern der Welt mit insgesamt 252.927 Teilnehmern durchgeführt. Das Haunold Orienteering Team war mit 243 Teilnehmern beim Grand Hotel in Toblach ebenfalls am neuen Weltrekord beteiligt. Sowohl der befreundete Verein „Oriappennino“ aus der Emilia Romagna als auch das italienische SkiO-Nationalteam wählten bisher schon zweimal das Hochpustertal für ihr Trainingslager, wobei man gemeinsam trainieren und Erfahrungen austauschen konnte. Eine weitere interessante Erfahrung waren die SDF-Fernsehaufnahmen im November 2014, als auf dem Burghügel eine Dokumentation über die Vereinstätigkeiten gedreht wurde.


Um auch andere Orientierungsläufer ins Hochpustertal zu locken, werden jährlich offizielle Wettkämpfe organisiert. Schon vor der Vereinsgründung organisierten einige Mitglieder in enger Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein Innichen einen Wettkampf, in den Jahren darauf folgten weitere Läufe in Innichen (2013 und 2016), Toblach (2014) und Niederdorf (2015). An die Grenzen des Möglichen stieß das Team Anfang Jänner 2014 bei der Organisation einer zweitägigen internationalen SkiO-Veranstaltung in Niederdorf, wo Tag und Nacht gearbeitet wurde, um trotz Wetterkapriolen und Stromausfällen über 150 Teilnehmern aus acht Nationen faire Wettkämpfe zu bieten. Zwei Jahre später, im März 2016, organisierte der Tiroler Verband in Obertilliach die SkiO-Europameisterschaften. Sieben Vereinsmitglieder nutzten die Gelegenheit, um als freiwillige Helfer bei diesem internationalen Event dabei zu sein. Sie wurden schließlich als Vorspurer, Postensetzer, Kameramänner, Streckenposten und Dopingkontrolleure eingesetzt. Um den vielseitigen organisatorischen Anforderungen gerecht zu werden, absolvierten vier Mitglieder im Jänner 2015 einen Kartenzeichnerkurs in Cavallino/Jesolo und zwei Mitglieder im März 2015 die Ausbildung zum Orientierungslauf-Instruktor in Borgo Valsugana.


Dass beim Haunold Orienteering Team nicht nur das Sportliche im Vordergrund steht, beweisen die regelmäßig organisierten „OL-Feschtlan“, bei denen nach einem kleinen Trainingswettkampf gemeinsam gegessen und gefeiert wird. Rege Teilnahme unter den Mitgliedern fand auch der 2014 ausgerufene Fotowettbewerb unter dem Thema „Mein OL-Posten“, zahlreiche interessante Bilder waren das Ergebnis. Für besondere Verdienste wird unter den Mitgliedern jährlich der „Goldene Riese Haunold“ verliehen – als kleines Dankeschön für wertvolle ehrenamtliche Tätigkeit.


Orientierungslauf ist eine sehr kostengünstige Sportart, außer einem Kompass wird keine spezielle Ausrüstung benötigt. Außerdem finden die Wettkämpfe im größten und schönsten Stadion statt: in freier Natur. Und auch dafür, dass die sportlichen Leistungen eher zweitrangig sind, ist diese nicht-olympische Sportart bekannt, im Vordergrund stehen immer wieder Erlebnis und Abenteuer!